Einfluss der Firmenkultur auf die Output-Kennzahlen (KPI’s)

11 Nov, 2020 | Allgemein | 0 Kommentare

Habt Ihr ein Kennzahlensystem für Euer produktives Ergebnis, also Euren Output?

(Klassische Output-Kennzahlen sind Kosten-Qualität-Liefertreue, kurz gesagt Q/K/L)

Ja, haben wir, ist hier oft die erste Antwort!

Und dann höre ich diverse Tools und Tracking-Varianten, auf die ich hier in dem Blog jetzt gar nicht eingehen möchte, da es ein ausuferndes Thema für sich ist.

Aber nicht selten folgen folgende Aussagen:

  • Ja, aber das wird nicht gelebt (z.B. ein Ticketsystem gibt es zwar für Reklamationen, aber das hilft uns gar nichts zur Verbesserung, weil jeder bloß seinen Vorgang abschließt.)
  • Wir haben Listen, aber die werden kaum abgearbeitet, da sind Themen drauf, die schon ewig liegen.
  • Das technische Thema ist bekannt, aber es ist anscheinend nicht so wichtig, wir müssen ja das in der Produktion dann immer irgendwie richten,
  • usw.

An solchen exemplarischen Aussagen merkt man schnell, dass die persönliche Verbesserung der zentralen KPIs (Key Performance Indicators) nicht allein durch Tools gewährleistet werden können, sondern von der Kultur, wie man sie benutzt, abhängt.

Vielleicht stimmen Sie mir zu, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wenn man z.B. ein Tool wie einen Löffel für eine Suppe bekommt, nicht sofort qualifiziert ist, diesen richtig einzusetzen.

Hier muss es mehr Zusammenhänge und Aspekte geben, die betrachtet werden müssen.

Oder ist es möglich, die Kennzahlen unter Ausschluss von menschlichen Einflüssen zu einer hohen Produktivität zu entwickeln?!

Sagen wir mal so: Sicher ist das oberste Ziel, einen Prozess zu entwickeln, der „robust“ ist, das heißt dass Risiken erkannt und mit Maßnahmen belegt sind und dass er beherrscht ist. Hier jetzt einzusteigen, wäre auch wieder ein Thema für sich.

Aber wie weit treibt man das?

Ich nehme mal ein Beispiel:

Sie lernen Ihrem Kind Radfahren, auch eine Art Prozess!

Sie machen sich Gedanken über das richtige Fahrrad, (also die Hardware) über die Form der Durchführung (wie funktioniert Radfahren eigentlich technisch), machen sich Gedanken über Sicherheit und Örtlichkeit und über den Prozess des Erlernens und legen los – alles richtig!

Glauben Sie, dass Sie alles im Griff haben und Ihr Kind nicht hinfallen wird?

Glauben Sie, dass es technisch zu verhindern wäre?

Vielleicht ja, aber absolut unwirtschaftlich, und ob Radfahren dann noch Radfahren ist und Ihrem Kind noch Freude bereitet, sei dahingestellt.

In der Technik gibt es hierfür z.B. die FMEA (Fehler-Möglichkeits-Einfluss-Analyse), die man durchführt, und dann eine Risiko Prioritätszahl erhält. Ist diese Zahl über einem bestimmten Schwellenwert, muss eine Maßnahme erfolgen, weil das Risiko eben als „hoch“ eingestuft wird. Ist das Risiko gering, lebt man auch mal mit dem „Restrisiko“ – weil es überzogen teuer wäre, hier eine Maßnahme zu entwickeln, die so jedes kleine Risiko abdeckt.

Was heißt das jetzt für mich im Alltag?

Was ist daran schlimm, dass Ihr Kind hinfällt mit dem Fahrrad? Ist es nicht sogar wichtig, dass dieser Fehler passiert, um daraus zu lernen? Wie schnell man mindestens rollen muss, um nicht umzufallen, wie weit man den Lenker maximal drehen kann, ohne vorneüberzusteigen.

Wichtig ist hier der Lernprozess – also aus Fehlern qualitativ zu lernen, das ist innovativer Vorsprung.

Je mehr wir den Menschen aus dem Lernprozess entbinden, also den Einfluss auf die eigene Umgebung, auf den eigenen Prozess nehmen, umso mehr nehmen wir uns die Innovationsfähigkeit.

Startups bauen auf dieses „Unwissen“, auf diese Unvoreingenommenheit, so dass manche Wege neu geprüft werden, weil man eben nicht wusste, dass das nicht geht, bis man es eben gemacht hat. 😊

Lassen Sie uns zwei Welten verheiraten!

Bauen Sie einen robusten Prozess mit bewusst gewählten Maßnahmen zur Qualitätssicherung, aber etablieren Sie auch einen Innovationsprozess.

In meinem Studium lernte ich die Definition „Null-Fehler-Ziel“ mal aus einer anderen Perspektive kennen. Jeder hat dieses Ziel, und es gibt es theoretisch, wenn ich drei Aspekte in einem hohen Reifegrad etabliert habe.

Null-Fehler System

Auch bei dem Schaubild erkenne ich im Bereich „Reaktionssystem“ schon den kulturellen Aspekt. Ob das funktioniert und gelebt wird, ist signifikant wichtig. Ich möchte das Bild gern um ein eigenes ergänzen:

Lommerland - Kulturbaum -Ansatz

Ich möchte das Bild kurz erklären.

In der Ergebnis-Ebene haben wir abgestimmte kostengeringe robuste Technologie verankert, haben die Materialien auf die Anforderungen angepasst gewählt, kaufen das Material günstig zu und   trotzdem habe ich immer wieder Qualitätsprobleme, Liefertreue und Kosten-Abweichungen, die nicht kalkuliert waren.

Ziel wäre es, die Outputgrößen, Qualität, Kosten und Liefertreue entwickeln.

Vielleicht erinnern Sie sich an die einleitenden Sätze, die relativ gut beschreiben, dass wir das obige Dreieck (operative Ebene) zwar haben, aber kulturell nicht aus dem Dreieck-Positiv ausbrechen können?!

Vielleicht müssen Sie sich das untere Dreieck anschauen und entwickeln?!

Denn Sie werden an einen Punkt kommen, wo der Faktor Organisations-Kultur im Unternehmen ihre begrenzende Größe für Produktivität ist.

Ich erkläre mal den Baum:

Der Fuß, die Wurzeln des Tannnenbaums sind die Basics der Firmenkultur, also so etwas wie Verhaltens- und Achtsamkeitsregeln, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Entlohnungskonzepte, Produkte usw.

Bei Person geht es um solche Themen wie richtige Auswahl der Person bei Einstellung (z.B. DISG Modell), aber auch persönliche und fachliche Qualifizierung, kulturelles Grundverhalten (Wertesysteme).

Bei der Organisation geht es darum, in welchen Standards arbeite ich? Also von der Arbeitsplatzgestaltung über die gesamte prozessuale Gestaltung bis hin zur Beschreibung der AKV´s (Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten) des Mitarbeiters, dass er sich im Prozess wiederfindet. Hierzu zählen aber auch die Wahl der Organisationsgestaltung, also erstelle ich ein Abteilungsoptimum, oder richte ich die Organisationsgestaltung an dem Prozess aus?

Wie führe ich meine Kommunikation? – Situativ getrieben oder geordnet beschrieben, strukturiert?

Diese drei benannten Elemente werden eine Kultur erzeugen, die hochwirksam auf Ihren Output wirkt.

Im November darf ich das in Betracht auf Weihnachten vielleicht schon so formulieren:

Wenn oben die Nadeln am Baum abfallen, könnte es unten am Wasser liegen… 😊

Ich hoffe, ich konnte Sie ein wenig mit dem Thema zum Nachdenken bewegen und freue mich über Feedback.

Wer schreibt hier?

David Lommer

David Lommer

Consultant

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